Komponistenviertel

Als Hollywood noch ein unberührter, bewaldeter Berg und Babelsberg ein "lausiges Nest" weit vor den Toren Potsdams war, wurden in der Filmstadt Weißensee bereits die ersten großen Meisterwerke ihrer Zeit gedreht. Schon ab 1907 gab es die ersten Produktionen. Wichtig für die Ateliers waren vor allem viel Tageslicht, da die elektrische Scheinwerfertechnik noch in den Kinderschuhen steckte. Die auch in diesem Viertel ansässigen Filmstudios waren bis weit nach der Gründung Groß-Berlins, bei dem 1920 auch der damalige Vorort Weißensee mit seinen zum Landkreis zugehörigen Gemeinden wie z.B. Malchow, Hohenschönhausen oder Wartenberg eingemeindet wurde, so etwa bis 1928/29 aktiv. Die Weltwirtschaftskrise beendete an dieser Stelle alle filmischen Abitionen und Wohnhäuser entstanden an Stelle der Filmateliers. Das Komponistenviertel wird begrenzt von der Gürtelstraße (bis 1920 Stadtgrenze, bis 2001 Bezirksgrenze zum Prenzlauer Berg), der Berliner Allee, der Indira-Gandhi-Straße (bis 1985 Lichtenberger Straße) und dem jüdischen Friedhof. Bis 1951 sprach man hier vom „Französischen Viertel“, weil die Straßennamen an die Kriegsschauplätze von 1870/71 erinnerten. Viele Straßen waren ursprünglich ohne Gehwege in einer Breite von 15 m angelegt, was mit zunehmendem Verkehr aber geändert wurde.

Der Solonplatz entstand 1905.

Bei der Anlage von Straßen und Plätzen in Weißensee merkt man, dass ein mutiger Stadtplaner wie James Hobrecht für das damalige Berlin, mit einem Zukunft weisenden Masterplan, fehlte.

An der Ecke Indira-Gandhi-Straße / Chopinstraße kann man genau erkennen, dass die DDR bei der Neuanlage der Hansastraße alte Stadtplanungen vom Ende der 30er Jahre aus ihren Schubladen holte. Die in den frühen 80ern wieder „aufgewärmten“ Pläne sahen eine Verlängerung der Hansastraße bis zur damaligen Artur-Becker-, heute Kniprodestraße vor. Man hätte dann jedoch einen Autotunnel unter dem oder eine Hochstraße über einen Zipfel des jüdischen Friedhofs bauen müssen. Auf einen Streit mit der jüdischen Gemeinde wollte man sich jedoch, kaum vierzig Jahre nach dem Holocaust und den Enteignungen durch die Nazis, in der DDR nicht einlassen und so blieb diese Straßenverbindung nur geplant und angedacht, aber nicht weiter ausgeführt.

Der ab 1880 angelegte Friedhof ist der flächenmäßig größte erhaltene jüdische Friedhof Europas. Viele bekannte Namen findet man unter uralten Bäumen, auf historischen Grabsteinen, so z.B. die Eltern  Kurt Tucholsky Alex und Doris, dann den Schriftsteller Stefan Heym oder Hermann Tietz den Warenhausgründer.
Dem Komponistenviertel merkt man an, dass es einst nur eine Vorstadt Berlins war. Und als „nur Vorstadt“ der einstigen Reichshauptstadt, durfte man halt nicht so hoch wie in Berlin bauen, sondern nur maximal vier Etagen. Damit empfindet man als Berliner Weißensee schon als etwas grüner und gemütlicher.        
 

Artikel zum Komponistenviertel finden Sie nachfolgend:

39. „Fraktion vor Ort“: Mit vielen Themen unterwegs im Wahlkreis

38. Ick seh´ den Park vor lauter Jitter nich!

37. Führung über den jüdischen Friedhof Weißensee

36. Mobile Bürgersprechstunde auf dem Solonplatz im Komponistenviertel

35. Schalom und Guten Tag zum Auftakt der Kiezspaziergänge

34. Vor Ort im neuen Kiezblock im Komponistenviertel

33. Die Abrafaxe im Abgeordnetenhaus – und auch in den Schulen

32. Gute Neuigkeiten zum Kiezblock im Komponistenviertel

31. Der 1. Juni ist Weltkindertag

30. Marktführer sigo weiht erste E-Lastenradstation in Berlin ein

29. In den Startlöchern - Der Kiezblock im Komponistenviertel kommt!

28. Durchgangsverkehr verhindern - ein Kiezblock für Ihr Viertel!

27. Fahrraddemo "Berliner Allee umbauen"

26. Wann kommt der Zebrastreifen in der Meyerbeerstraße?

25. Wie geht es weiter mit der Fahrradstraße Bizetstraße?

24. Mehr Verkehrssicherheit an der Tramhaltestelle Albertinenstraße

23. Umgestaltung der Berliner Allee muss kommen

22. Wenn Anspruch auf Wirklichkeit trifft

21. Solonplatz - Ein unterschätztes Kleinod

20. Bizetstraße - Mobilitätswende im Kleinen

19. Meyerbeerstraße - Ein Ort, der nicht zum Rasen einladen darf

18. A Never Ending Story - Leerstand Meyerbeerstraße 78

17. Neue Informationen zum Spielplatz Solonplatz

16. Berliner Kieze sollen autofreier werden

15. Wohnhaus in der Meyerbeerstraße 78 wird nun endlich wieder bewohnbar

14. Reduzierung des Durchgangsverkehrs im Komponistenviertel

13. Wie geht es weiter auf dem Grundstück der Gounodstraße 90?

12. Wie weiter mit dem Wohnungsleerstand in der Meyerbeerstraße 78?

11. Ein Zebrastreifen für die Picasso-Grundschule

10. Aktueller Stand - Sanierung des Spielplatzes Solonplatz

9. Spielplatzsanierungen im Wahlkreis 2019

8. Schulbus auf Füßen - eine organisierte Laufgemeinschaft

7. Beharrlicher Einsatz zahlt sich aus – Sondermittel für Sanierung dreier Spielplätze in Pankow und Weißensee

6. Investitionen für den Solonplatz

5. Anträge verabschiedet!

4. Kiezspaziergang durch das Komponistenviertel

3. Attraktive Berliner Allee - attraktiver Antonplatz?

2. Auf einen Kaffee mit dem Vorsitzenden der IG City Weissensee e.V.

1. Tag der Städtebauförderung

 

Meine Jahresbilanz 2023

Meine Jahresbilanz als Broschüre über das, was ich für Sie 2023 erreicht habe, finden Sie hier.

Unser Koalitionsvertrag 2023-2026

Für Berlin das Beste.“ - der Koalitionsvertrag von SPD und CDU.

Abrafaxe im Abgeordnetenhaus

Die Abrafaxe erkunden das Abgeordnetenhaus! Die Comicgeschichte vermittelt Kindern (ca. 4. bis 6. Klasse) spielerisch die Abläufe und Besonderheiten eines Parlaments und thematisiert die Fragen: Was ist eigentlich Politik? Was sind eigentlich Parteien? Was sind Abgeordnete? Wie arbeitet ein Parlament? Herausgeber ist die Verwaltung des Berliner Abgeordnetenhauses. Die PDF-Version finden Sie hier und das Original bestellen Sie bei mir.

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